Nein zur Vermarktung der Hans Jakob Tribüne

Servus Jahnfans,

dieses Wochenende rollt der Profi-Fußball in Deutschland wieder an. Gegen alle Einwände der Fans und anderer Fußball-Begeisterter läuft das Millionen-Business mit Geisterspielen weiter, zur Freude von Sponsoren, Vereins-Verantwortlichen und Pay-TV-Anbietern. Die befürchteten negativen Begleiterscheinungen der Geisterspiele werfen jetzt schon ihren Schatten voraus – leider auch in Regensburg.

Diese Woche erreichte uns die Nachricht, dass der SSV Jahn beim kommenden Heimspiel den Zaun vor der Hans Jakob Tribüne Sponsoren für Werbung zur Verfügung stellen wird. Für uns als aktive Fans ist das ein absoluter Tabu-Bruch.

An genau dieser Stelle hängen bei normalen Heimspielen die Zaunfahnen der verschiedenen Fangruppen der Hans Jakob Tribüne. Zaunfahnen sind elementarer und grundsätzlicher Bestandteil der Fankultur in Deutschland. Sie repräsentieren die gemeinsame Fangruppe, die unzähligen positiven wie negativen Erlebnisse, die man mit dem Verein erlebt hat und bilden sinnbildlich zusammen mit den Fans den Rückhalt der Mannschaft. Sie bilden in Zeiten in denen Profi-Fußball bis in den letzten Winkel durchkommerzialisiert und die Stadien durch die vielen verschiedenen Werbebanden einem bunten Flickenteppich gleichen, einen konstanten Bezugspunkt und einen Rest Fußballromantik.

Die Botschaft, die der SSV Jahn mit der Vermarktung des Zauns vor der Hans Jakob Tribüne sendet, ist ein Schlag ins Gesicht aller Fans.

Wie kann man von bodenständig und glaubwürdig sprechen, wenn man diesen symbolträchtigen Ort an Sponsoren, die ihr Image mit dieser Aktion sicherlich nicht verbessern, verkauft. Die Tribüne und ihre Ränge gehören den Fans, egal ob die Stadien voll oder leer sind.

Wie kann man von Wertschätzung den eigenen Fans gegenüber sprechen, wenn es für manche scheinbar austauschbar ist, ob Fans hinter der Mannschaft stehen oder Werbung zu sehen ist – und das während man gleichzeitig nie müde wird zu betonen, wie wichtig die Unterstützung der Fans für den Erfolg der letzten Jahre war.

Allein aus Respekt davor, dass viele der dort vertretenen Fangruppen schon zu Zeiten, in denen es um den SSV nicht so rosig bestellt war, dem Jahn die Treue gehalten haben, wäre es schon angebracht gewesen zumindest diesen Platz von der Vermarktung auszunehmen.

Natürlich wissen wir, dass die derzeitige Situation rund um Corona und Geisterspiele auch unseren Verein vor Herausforderungen stellt, doch mit etwas Vorlaufzeit und besserer Kommunikation hätte man die Situation sowohl für Fans als auch Sponsoren sicherlich zufriedenstellend lösen können. Gerade wenn man sonst auch auf kurze Kommunikationswege und einen konstruktiven Austausch setzt.

Was wir befürchtet haben ist also eingetreten. Unter dem Deckmantel der angeblich alternativlosen Geisterspiele werden auch bei uns rote Linien klar übertreten. Während man an anderer Stelle auf die Unterstützung der Fans setzt (siehe z.B. Rückerstattung von Dauerkarten), fällt man hier den eigenen Fans in den Rücken.

Nein zur Vermarktung der Hans Jakob Tribüne!