Gemeinsam kämpfen auch in diesem Jahr!

Mit etwas Befremden haben wir in den letzten Tagen die ein oder andere Meldung rund um unseren SSV wahrgenommen. Immer wieder war in den Medien davon zu lesen, dass die Jahnfans unzufrieden seien mit der unbefriedigenden sportlichen Situation und vor allem dem Trainer Gegenwind aus dem Fanlager entgegen schlage. In normalen Zeiten würden wir uns jetzt ein wenig wundern und dann wie so oft im Stadion dann doch eine andere Stimmung wahrnehmen.

Es ist nichts neues rund um den SSV Jahn (und vermutlich auch rund um jeden Fußballclub). Es läuft nicht, du hast ein paar Spiele verloren und dann kommen wieder tausende Nachrichten in sozialen Medien, die so tun, als stünde man am Rande des Abgrundes. Selbst in Zeiten vor dem heutigen Social Media und den Shitstorms konnte man in diversen Internetforen wahrnehmen, dass teilweise - überwiegend negative - Stimmungen gemacht werden, die so im Stadion nicht existent sind. Das Problem in der jetzigen Situation: Es ist keine Stimmung im Stadion existent. Es ist nicht möglich, die Mannschaft nach einer Niederlage zu pushen und lautstark zu signalisieren, dass wir bereit sind, auch in diesem Jahr durch kurze Täler zu gehen, um am Ende den großen Erfolg gemeinsam feiern zu können. Und dieser Erfolg ist und bleibt der Klassenerhalt. Jedes Jahr in dieser Liga bedeutet eine Fortsetzung eines absoluten Höhenfluges, auf dem wir uns befinden. Wir sind auch im vierten Jahr ein kleines Licht in dieser Liga und jede Position über dem Strich ist etwas, das wir feiern sollten und werden, sobald man uns wieder lässt!

Es ist uns daher in dieser Situation besonders wichtig, jetzt Stellung zu beziehen und nicht schweigend hinzunehmen, dass in der Öffentlichkeit eine Wahrnehmung über die Position der Jahnfans entsteht, die so zumindest aus unserer Perspektive nicht besteht.

Wir sollten uns alle wieder gemeinsam bewusst sein, wer wir sind und wo wir herkommen. Vor exakt fünf Jahren wurden wir vom SV Wacker Burghausen von der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern verdrängt, weil wir mit 2:1 beim 1. FC Schweinfurt 05 verloren hatten. Es war an der Attraktivität der Gegner gemessen eines der wenigen interessanten Spiele in der Regionalliga Bayern. Davor war man auch zu Gast beim SV Schalding-Heining, beim TSV Rain/Lech oder beim FV Illertissen. Das sind nicht irgendwelche verstaubten Geschichten aus den Erzählungen der Vereinsgeschichte, sondern das ist gerade einmal fünf Jahre her. Heute haben wir Spiele gegen den 1. FC Nürnberg, den Karlsruher SC, die SpVgg Fürth hinter und Spiele gegen den Hamburger SV oder Hannover 96 vor uns. Wir stehen nach 8 Spieltagen nicht etwa abgeschlagen am Tabellenende, sondern sind auf Platz 13. Wir haben drei Spiele gegen den zweiten, dritten und sechsten der Tabelle verloren und tun so, als stünde der Untergang bevor? Wir fordern mit Recht von allen Spielern und Mitarbeitern des SSV Jahn Bodenständigkeit ein - dann sollten wir sie auch vorleben. Wir hatten in jedem der letzten drei Jahre Momente, wo es knapp wurde. Unser Erfolgsmodell war immer, dass wir als ein SSV Jahn zusammengehalten haben, Optimismus verbreitet haben und uns gegenseitig gepusht haben. An diesen Grundwerten hat sich nichts geändert, nur weil man uns nicht ins Stadion lässt! Wir sind fest davon überzeugt, dass wir es auch dieses Jahr wieder gemeinsam schaffen werden. Daran darf es keinen Zweifel geben!

Kritik zu äußern ist legitim, wichtig und richtig. Doch dies darf kein Grund sein, von unseren gemeinsamen Werten abzuweichen, die uns in den letzten 4, 5 Jahren so erfolgreich gemacht haben.

Wir wollen in diesem Zusammenhang auch auf die Personalie des Trainers eingehen. Es war in den letzten Jahren nicht unsere Art für einzelne Personen Partei zu ergreifen, da stets der Verein als Ganzes im Mittelpunkt stehen muss. Nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle aber auch erwähnt, dass sich Mersad Selimbegovic in den vergangenen 14 (!) Jahren durchaus etwas erarbeitet hat, das ihn zu mehr macht als nur einem Trainer, der eben gerade seinen Arbeitsvertrag beim SSV Jahn Regensburg hat. Mersad ist kein Produkt der jüngsten Erfolgswelle. Er hat als Spieler erlebt, dass Gehälter und warmes Wasser ausgeblieben sind, nach seiner Karriere neben der normalen Arbeit noch als Nachwuchstrainer gearbeitet und sich Schritt für Schritt in diesen Posten gearbeitet. Er hat in der letzten Saison mit dem souveränen Klassenerhalt bewiesen, dass er auch als Cheftrainer dem SSV Jahn helfen kann. Der SSV Jahn ist in den letzten Jahren gut damit gefahren, in schwierigeren Phasen immer die Ruhe zu bewahren und die Position des Trainers nicht anzutasten, sondern Kontinuität walten zu lassen. Mersad ist mit dem SSV Jahn durch dick und dünn gegangen, er hat noch mehr als alle anderen Trainer davor, die beim erstbesten Angebot weg waren, verdient, dass ihm der nötige Kredit und die Ruhe zu arbeiten gewährt werden.

Es ist ja das Wunderbare am Fußball, dass wir immer diskutieren, was wir besser gemacht hätten. Wir hätten diesen Spieler von Anfang an spielen lassen, jenen aus dem Kader gestrichen und natürlich zu einem ganz anderen Zeitpunkt einen frischen Stürmer gebracht. Und bestimmt gibt es auch Momente, in denen wir Recht gehabt hätten und der Trainer einen Fehler gemacht hat. Am Ende des Tages hat Mersad Selimbegovic in seinen 14 Jahren als Spieler, Co-Trainer, Nachwuchstrainer und eben Cheftrainer in ganz vielen Situationen sehr gute und richtige Entscheidungen getroffen, die uns unter anderem letztes Jahr den Klassenerhalt und dieses Jahr einen ordentlichen Saisonstart beschert haben. Und jetzt haben wir drei Spiele verloren. In diesen hat vielleicht der Trainer falsche Entscheidungen getroffen, haben viele Spieler nicht ihre Topform erreicht und vielleicht auch an manchen Stellen das Quäntchen Glück gefehlt. Wir können uns nun zerfleischen oder das machen, was uns seit Jahren stark macht: Gemeinsam kämpfen!

Gemeinsam für den SSV Jahn!
Gemeinsam für den Klassenerhalt!
Gemeinsam für die Werte des SSV Jahn!

Ultras Regensburg